Scan der Vereinsnachrichten vom Mai 2000

Dr. Marianne Jansen Hamburgerstraße 97
23205 Bremen
Tel. 498 44 64
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27 5 2000

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer des Khejri-Vereins,
von Mitte Februar bis Ende April habe ich mich wieder in unserem Projekt in Jagatpura aufgehalten, dort mitgeholfen bei der medizinischen Arbeit, neue Projekte geplant und auf den Weg gebracht. In erster Linie arbeiten wir noch an dem Projekt der Untersuchung der Schulkinder in unserem Einzugsbereich, mit dem wir bereits im vergangenen Jahr begonnen haben. Zur Erinnerung: wir wollen alle Schulkinder untersuchen, eventuellen Krankheitszeichen nachgehen, Diagnostik und Therapie mit den Eltern erörtern und vorantreiben. Bis jetzt haben wir unser Vorhaben an 20 Schulen durchgeführt, unser Plan ist es die Untersuchung nach zwei Jahren zu wiederholen und die Nachuntersuchung mit den notwendigen Nachimpfungen zu verbinden. Außerdem haben wir im Februar ds.Js. je einen Lehrer/in dieser Schulen in einem recht intensive Erste-Hilfe Kurs geschult und auch in der Früherkennung von Krankheiten und einer ev. Notfalltherapie unterrichtet. Uns schwebt vor, die Schule als eine Art Zentrum für Erste Hilfe einzurichten und gleichzeitig über die Lehrer eine "medizinische Früherziehung" der Kinder zu erreichen; sie sollen im Unterricht die Grundbegriffe der Hygiene und der Krankheitsverhütung lernen. Wir hoffen, daß so erlangte Wissen auch Zuhause thematisiert und an die Eltern herangetragen wird. Der Kurs für die Lehrer war einer unserer Programmpunkte, ein anderer war ein von uns veranstaltetes Strassentheater, bei dem in einem Mittelpunktsdorf eine Studentengruppe Themen wie das Impfen, Waschen, Aufsuchen ärtzlicher Hilfe bei schweren Erkrankungen szenisch darstellte. Hinzu kamen umweltrelevante Themen wie Solarenergie und das Fällen von Bäumen etc. Die Veranstaltung war ein großer Erfolg, die Dorfbewohner waren begeistert über diese Art der Information,- ob auch der Inhalt auf fruchtbaren Boden gefallen ist, wird sich erweisen müssen.
In zeitlichen Anschluß an das Schulprogramm haben wir mit zwei weiteren Projekten begonnen, die Mittel dafür wurden in Holland gesammelt. Ein Projekt nimmt sich der Zusatznahrung für unterernährte Kinder an: zunächst werden versuchsweise in zwei Schulen alle untergewichtigen Kinder (und das sind fast alle) dreimal wöchentlich mit kalorienreicher Nahrung versorgt und duch genaues Verfolgen der Gewichtskurven wollen wir den Erfolg dokumentieren. Ähnliches ist für die kleineren Kinder, die im Zentrum behandelt werden geplant und für die werdenden und stillenden Mütter. Glücklicherweise gibt es in Jaipur eine Firma, die physiologische Zusammensetzungen kalorienreicer Nahrung für den Export herstellt und sich bereiterklärt hat, uns zum Selbstkostenpreis zu versorgen. Das zweite Projekt widmet sich der Behandlung der Tuberkulose, die in Indien immer noch ein ganz großes Problem darstellt. Viele Patienten sind anbehandelt, haben aber nach Besserung des Symptome die Therapie abgebrochen und sind im Anschluß daran natürlich wieder erkrankt, mit weit schlechteren Heilungsaussichten. Sowohl die WHO als auch die indische Regierung haben zur Behandlung solcher Patienten Programme entwickelt, mit Hilfe unserer Mitarbeiter in den Dörfern spüren wir auch weiter entfernt lebende Patienten auf und sorgen dafür, dass sie dreimal in der Woche ihre Medikamente auch tatsächlich einnehmen. Das liest sich sehr einfach, ist aber recht aufwendig in der Durchführung! Viele Dörfer sind nur über Sandwege zu erreichen, manche Patienten neigen auch bei den geringsten Nebenwirkungen dazu, Medikamente abzusetzen, in unser Zentrum können die Menschen wegen der weiten Entfernung nicht kommen. Auch bei diesem Programm ist natürlich eine penible ...